Gemeinsam für Berlin e.V.

TRANSFORUM 2018

Multimediale Bibelarbeit, gemeinsames Gebet, Plenumsveranstaltungen und Workshops zu gesellschaftsrelevanten Themen mit über 40 Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Kultur, Wirtschaft und Bildung. Das diesjährige TRANSFORUM fand vom 8.-10. März 2018 mit dem Thema „Böses durch Gutes überwinden“ in der Josua Gemeinde Berlin Spandau statt. Schätzungsweise 300 Teilnehmer wurden auf kreative und vielfältige Art inspiriert für ein relevantes und authentisches Leben in der Stadt.

 

 

„12/21 - wir knacken den Code“
Mit einer multimedialen Bibelarbeit stiegen wir in das Konferenzthema ein und knackten gemeinsam den Code 12/21: „Böses durch Gutes überwinden“. Gemeinsam blickten wir weit zurück in das alte Rom mit spannungsgeladenen Lebensbedingungen auf dichtem Raum und zunehmender gesellschaftlicher Unzufriedenheit. Ermutigend hingegen die Aufforderung, trotz der Rahmenbedingungen am Guten festzuhalten, zu segnen statt sich zu ärgern, fröhlich in Hoffnung zu sein, mit einer Liebe ohne Falsch, anhaltend im Gebet. Dranbleiben, auch wenn der Weg herausfordernd bleibt und auf Gottes Zusage zu vertrauen, dass dadurch Veränderung geschieht. Das musikalische Rahmenprogramm in internatonaler Besetzung mit der kreolischen Sängerin Mfa Kera und dem ruandischen Singer-Songwriter Jean Paul Samputu sorgte für einen stimmungsvollen Rahmen. 

 

 

„12/21 - ich mittendrin“
Im Gespräch mit neun Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen gingen wir am ersten Konferenztag auf lebenspraktische und authentische Antwortsuche. Gemeinsam beleuchten wir, was es bedeutet "mittendrin" zu sein und zu überwinden. Ob im Umgang mit Ladendiebstahl im Einzelhandel, mit erschwerten Arbeitsbedingungen im Bereich der Krankenpflege, als Christ im Musikgeschäft, als Lehrer oder Sozialarbeiter im Brennpunkt: die Facetten des Bösen sind vielfältig, doch ganz praktisch und zugleich tief berührend verdeutlichten unsere Gäste wie das Überwinden als Christen aussehen kann.

 

Eine besondere Dimension des Überwindens kam durch den ruandischen Singer-Songwriter, Jean Paul Samputu, zum Tragen, der neben vielen stimmungsvollen Musikeinlagen das Publikum mit seiner schmerzvollen und gleichzeitig ermutigenden Lebensgeschichte berührte: Während des Völkermords in Ruanda verlor Samputu in den 90er Jahren seine Eltern und vier Geschwister. Der Mörder seiner Familie war ausgerechnet ein enger Freund, mit dem er aufgewachsen war. Nach einer langen und dramatischen Zeit des psychischen und körperlichen Verfalls, nahm sein Leben eine unerwartete Wendung als seine Freunde für ihn beteten und er währenddessen Gottes Stimme hörte: „Du wirst nicht sterben. In der Vergebung liegt deine Heilung.“ Durch Gottes Kraft konnte er das tun, was er selbst für unmöglich gehalten hatte: er vergab dem Mörder seiner Familie und versöhnte sich öffentlich mit ihm – trotz starkem gesellschaftlichen Gegenwind und persönlicher Anfechtung. Gemeinsam starteten beide anschließend eine Versöhnungskampagne in Ruanda. Auf die Frage wie dieser Schritt der Vergebung möglich sei, antwortete er: „Es ist nicht die Frage, ob es schwierig ist, sondern ob es möglich ist. Wenn ich es kann, kannst Du es auch.“ Seine Lieder spiegeln authentisch die Freiheit, in der er heute lebt wieder. Vergebung und die Liebe Gottes nehmen in seiner Musik einen zentralen Platz ein. Wie auch das Lied „Forgiveness is for you“, das von der Bedeutung der Vergebung für uns handelt: „Vergebung ist für uns gedacht, nicht für den Täter. Wir werden zu dem, was wir nicht vergeben.“ Heute ist Jean Paul Samputu als Kulturbotschafter, Referent und Musiker mit seiner ermutigenden Botschaft der Vergebung, Versöhnung und Nächstenliebe weltweit unterwegs.

 

 

„12/21 - in meiner Stadt“
Besonderes Augenmerk legten wir bei der Frage nach dem Überwinden in unseren Städten auf die Aufgabe und Rolle der Gemeinden. Im Plenum am Freitag abend wurden insbesondere Herausforderungen des Lebens in der Stadt, aber auch konkrete Hoffnungszeichen benannt. Am Beispiel von persönlichen Lebensläufen der Gäste kristallisierte sich die Bedeutung der stadtbezogenen und gesellschaftsrelevanten Gemeindearbeit deutlich heraus. Die persönlichen Berichte unterstrichen, welchen positiven Einfluss Gemeinde für das Wohlergehen eines einzelnen Menschen sowie eines ganzen Stadtteils nehmen kann - ein immenses Potenzial, das wir in unseren Städten viel stärker ausschöpfen können.

 

 

„12/21 - in unserer Welt“
Böses durch Gutes überwinden – wie geht das angesichts gesellschaftlicher Umbrüche und globaler Krisen? Im Gespräch mit Bundestagsabgeordnetem Martin Patzel thematisierten wir am zweiten Konferenztag praktische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit dem Bösen: Dabei ginge es nicht um die Frage, "wie gehe ich gegen das Böse vor, sondern vielmehr wie gehe ich mit dem Bösen um. Im Gespräch bleiben, solange man im Gespräch bleiben kann sei wichtig, genauso die Art des Gesprächs, indem wir zur Sache reden können, anstatt zur Person. Leicht sei es, Lügen zu entlarven, doch viel schwerer ist es, geschlossene Denksysteme zu öffnen", so Patzelt.


Noch konrekter wurde es als wir auf unseren Lebensstil und dessen Auswirkungen in unserer Welt blickten: Stefanie Linner, Koordinatorin der Micha Initiative Deutschland, verdeutlichte das Ausmaß unseres täglichen Handelns: "Wenn Du billig einkaufst, zahlt jemand anderes den Preis. Als Christen verantworten wir die Welt nicht, aber wir haben Verantwortung für unser Handeln in dieser Welt." Weitere Impulse, wie der Bericht über Indonesien mit dem Blick auf das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionsgruppen fernab der medienberichte rundeten die Thematik ab. 

 

„12/21 - so ist Gott“
Alle Impulse und Eindrücke der Konferenztage mündeten in den Abschlussgottesdienst am Samstag abend. Mit einer tiefgründigen Perdigt von Gerold Vorländer (Stadtmission Berlin) über Gottes Sicht und Wesen in Bezug auf die Aufforderung "Böses durch Gutes zu überwinden", musikalisch stimmungsvollen Highlights mit Jean-Paul Samputu, bei dem kein Teilnehmer auf seinem Platz sitzen blieb, endeten zweieinhalb inhaltsstarke und inspirierende Konferenztage in Berlin.

 

 Berichte des ERF über das TRANSFORUM:

"Das Böse mit Gutem überwinden"

"Forgiveness is for you"

 

 

 

Mär27

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