Gemeinsam für Berlin e.V.

The Cat and the Toaster - Teil 21

Douglas Hall: The Cat and the Toaster – Living System Ministry in a Technological Age
Folge 21 der deutschen Zusammenfassung

Autor: Axel Nehlsen

Auf unserem „alten“ Transforum-Blog haben wir bis hierher in 20 Teilen das grundlegende Buch zu Living System Ministry in deutschen Zusammenfassungen dargestellt. Die nächsten drei Teile auf unserem „neuen“ Blog sollen auch die letzten über Doug Halls inspirierendes Buch sein. Wir raffen stärker, um schneller zum Ziel zu kommen, indem wir die Teile 4, 5 und 6 in jeweils einen Blogbeitrag fassen. Erfahrungen der Studienreise einer Berliner Gruppe im April 2013 (Foto) können einfließen.

In Teil 3 ging es darum, dass unser Dienst in der Stadt viel Frucht bringt. Das bedeutet oftmals, von falschen Wegen umzukehren, die (unbeabsichtigte) Negativfolgen haben. Unseren fruchtlosen Aktionismus dürfen wir eintauschen gegen das, was in Übereinstimmung mit Gottes lebendiger Ordnung steht. Den eher technischen Zugängen der gefallenen Welt stellt Hall auf Basis dieser biblischen Einsichten einen anderen Weg entgegen, der auf Gottes Erlösungshandeln basiert (redemptive method).

Teil 4 (Kap. 17 – 20): Unsere Aktionen anpassen

Es genügt nicht eine einmalige Kehrtwende, sondern ein beständiger Prozess des Lernens und der Erneuerung der Denkrichtung wird uns zugemutet. Wir müssen uns total in einen Lebensstil hineingeben, der von Gottes Erlösung geprägt ist. Er ist charakterisiert durch eine leidenschaftliche und beständige Veränderung des Denkens, welche das größere Bild und die aktuellen Langzeitwirkungen unserer Aktionen im Blick behält.

Gottes Geist muss uns die Augen öffnen, damit wir die ganze göttliche Wirklichkeit zu sehen lernen, das größere Bild. Das von Gott geschaffene Leben ist wesentlich komplexer, als wir es gemeinhin annehmen. Das kann bedeuten, zunächst einmal die eigene Agenda und die bis dahin gesetzten Ziele zurückzustellen. Doug Hall führt dazu die Unterscheidung zwischen niedriger und höherer Ordnung ein. Was wir normaler Weise wahrnehmen, hat eine niedrigere Ordnung von Komplexität der Schöpfung. Die höhere Ordnung ist i.d.R. unsichtbar, kann uns aber durch Gottes Wort und Geist offenbart werden. Beispiel: Soziale Vorgänge niedrigerer Ordnung laufen nach einem simplen Ursache-Wirkung-Schema. Lebendige soziale Systeme jedoch sind nicht nur komplex und wechselseitig vernetzt, sondern sind ihrerseits wiederum aus lebendigen komplexen Teilsystemen zusammengesetzt. Entsprechend können sie nicht mit simplen mechanistischen Werkzeugen verändert werden. 

Entsprechend gestalten sich auch unsere Fragen an komplexe, große lebendige Systeme. Falsch wäre beispielsweise: „Wie kann ich Kriminalität stoppen?“ Angemessen ist: „Wie lässt sich Kriminalität stoppen?“ D.h. sowohl unsere Fragenzugänge als auch unsere Interventionen müssen systemadäquat sein. Das ist deswegen so wichtig zu beachten, weil wir als von unserer westlich Sekundärkultur geprägte Menschen immer dazu neigen, soziale Einheiten als Organisation zu betrachten, einschließlich der dazu gehörenden Bürokratie und Regeln. D.h., wir versuchen komplexe Systeme höherer Ordnung mit den Mitteln einfacher niedriger Ordnung zu beeinflussen (was scheitern muss). 

Mitarbeiterin von EGC mit Cat and Toaster-T-Shirt

Beispiel: Falsch wäre der Zugang „Wie kann meine Kirche oder mein christliches Werk diese Aufgabe erfüllen?“ Richtig ist: „Wie kann die soziale Realität, die meine Kirche oder mein Werk darstellt, die Aufgabe erfüllen?“

Im Emmanuel Gospel Center in Boston sind für die Entwicklung von Szenarien die „Hexagoning Listening Groups“ wertvoll geworden. Das kann hier nur in groben Zügen dargestellt werden: Damit die Komplexität einer Aufgabe die Gruppe nicht überfordert, werden die zusammengetragenen Variablen in Kategorien eingeteilt, die ihre wechselseitige Abhängigkeit schon in der Bezeichnung tragen. Immer wieder wird gefragt, ob etwas kontraproduktiv oder eine Falle sein könnte. Logik, Strategie, Erfahrung, Intuition und Träumen, was werden könnte, sind gleichwertig. Solche Planungsprozesse setzen voraus, dass die Beteiligten selber im System leben und es von innen her mit den vorhandenen Dynamiken verändern. Das kann auch nur zusammen mit den betroffenen Menschen geschehen, indem sie mental, emotional und lokal eingebunden sind. Partizipation du Inkarnation sind also hohe Werte. 

Jun22

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