Gemeinsam für Berlin e.V.

Wie gelingt Integration?

Ein Pilotprojekt der Josua-Gemeinde in Spandau

Die Diskussion um Integration und das Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen und Religionen ist durch die Pegida-Bewegung und den Terroranschlägen in Paris neu und leidenschaftlich entfacht. Es ist gut zu sehen, wie viele Menschen auf die Straße gehen und gegen Pegida demonstrieren und sich auch solidarisch mit den Terroropfern zeigen. Öffentliche Zeichen zu setzen ist wichtig und notwendig, aber es bleibt die Frage, was wir im Alltag tun, damit Integration wirklich gelingt.

Im Herbst 2014 führte die Josua-Gemeinde in Spandau ein Pilotprojekt durch, um zur gelingenden Integration im Alltag beizutragen. Hier der Bericht von Rebecca Gomado:

Zuhause in Deutschland

„Zuhause in Deutschland“ ist ein "modernes Integrationsprojekt" mit nachhaltiger Wirkung. Modern deshalb, weil es nicht (wie im herkömmlichen Integrationsverständnis) darauf abzielt, dass andere Kulturen zum unauffälligen Teil der Mehrheitskultur werden. Vielmehr findet im geschützten Raum die Begegnung unterschiedlich kulturell geprägter Menschen auf Augenhöhe statt. Im Fokus steht hierbei der Beziehungsaufbau. Dieser Rahmen ermöglicht auf persönlicher Ebene den Austausch von Erfahrungen, Erlebnissen, Fragen und Ansichten aller Beteiligten. In diesem Prozess wird "nebenbei" voneinander gelernt. So entwickelt sich über einen Zeitraum von ca. sechs Wochen ein erstes Kennenlernen. 

Innerhalb dieser sechs Wochen finden sechs Treffen statt. Jeder Termin ist einem Thema unterstellt, das sich mit einem lebensnahen Aspekt der deutschen Kultur befasst. Entsprechend der gewählten Themen wirken externe Referent*innen als Kooperationspartner und Experten ihres Gebiets mit (bspw. aus den Bereichen Polizei, Bildung, Kulturarbeit). Weiteres Projektmerkmal sind die gemeinsamen internationalen Mahlzeiten.

„Zuhause in Deutschland“ ist jedoch mehr als ein zeitlich begrenztes Projekt. Es markiert den Beginn einer bewusst er- und gelebten interkulturellen Gemeinschaft, die sowohl persönliches als auch gemeinsames Wachstum fördert. Dank des Projekts entstehen nachhaltig neben persönlichen Beziehungen auch neue Angebote und Aufgabenfelder innerhalb der Gemeinde.

„Zuhause in Deutschland“ ist ursprünglich für Gemeinden konzipiert worden, lässt sich aber sicherlich auch auf Gruppen anderer Bereiche übertragen.

Das Projekt war sehr erfolgreich. Wir laden dazu ein, es auch in Ihrer Gemeinde auszuprobieren. Bei Interesse bitte bei Bianca Dümling (b.duemling[at]gfberlin.de) melden. Wir stehen gerne beratend zur Seite.

Jan27

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