Gemeinsam für Berlin e.V.

Gott bewegt etwas in den großen Städten

Bericht vom "Movement Day Global Cities" in New York City, Teil 1
von Axel Nehlsen

Zwei gute Nachrichten gleich zu Beginn: Dass es erstmals überhaupt eine globale christliche Konferenz über die Rolle der Großstädte für das Evangelium gab, ist ein Ereignis, das Hoffnung macht. Und es ist total ermutigend, dass unser Gott weltweit in den Städten sehr Ähnliches wachsen lässt wie bei uns in Berlin.

Der Kongress Ende Oktober mitten im quirligen Manhattan brachte gut 3.000 christliche Verantwortliche aus 95 (!) Nationen zusammen, darunter größere Gruppen aus China und Ägypten. Die größten nationalen Delegationen kamen aber aus Südafrika und Indien. Eine beeindruckende interkulturelle Vielfalt! Wir Deutschen waren mit einer Delegation von 32 Personen dabei (Foto), davon zwei Drittel aus Berlin. Außerdem waren Hamburg, Stuttgart und Campus für Christus Deutschland vertreten. Wir waren eine bunte Truppe im Alter zwischen 26 und 65. Nur sechs der 32 sind hauptamtlich theologisch tätig, die anderen aus verschie-densten Berufen und Gesellschaftsfeldern und aus unterschiedlichen Gemeinden und Werken.

 

 

New York als Gastgeber – die Vorgeschichte

Der Movement Day 2016 wäre nicht denkbar ohne das, was Gott in den letzten 25 Jahren in New York City getan hat. In den 1980ern und 1990ern trieb die Erfahrung von Chaos, Not und Hilflosigkeit in der von Gewalt, Kriminalität, Armut und Rassenhass geschüttelten Stadt die Christen ins Gebet. Ab 1988 entstanden nacheinander: das übergemeindliche Gebetskonzert (Concerts of Prayer); Pastorengebetsgruppen und regelmäßige Klausuren (Prayer Summit); eine tägliche Gebetswache für die Stadt (30 Gemeinden adoptieren einen Tag pro Monat) mit monatlichem Gebetsinfo; Gebetsgänge der Gemeinden in ihrem Kiez.

Unter bisher unverbundenen oder gar konkurrierenden Gemeinden und ihren Leitenden entstand mehr und mehr Vertrauen. Gut informiertes und vorbereitetes Gebet führte zur Aktion. Seit 2010 ist der jährliche Movement Day ein Ausdruck der Einheit und gemeinsamen Sorge um die Stadt - sein Fokus: Stadt, Evangelium, Bewegung. Von Jahr und Jahr kamen mehr andere Städtevertreter hinzu, erst aus den USA, dann auch aus dem Ausland. Die New Yorker machten die Erfahrung: Das Evangelium wirkt in der Stadt verändernd proportional zur Tiefe der (sichtbaren!) Beziehungen zwischen den Leitenden. 2013 und 2014 schließlich waren Hunderte von Gemeinden mithilfe der Luis Palau Association bei den Aktionen CityServe (praktische soziale Hilfe)und CityFest (evangelistisch) beteiligt. Die sichtbaren Folgen: Als Folge „göttlicher Intervention“, aber auch guter administrativer und polizeilicher Maßnahmen, ging die Kriminalität massiv zurück. Die Mordrate fiel um 86% in 20 Jahren; die Zahl der Gottesdienstbesucher stieg von 1989 bis 2014 um 500%!

Die Entwicklung hängt stark an einzelnen Initiatoren und Katalysatoren der Bewegung. Allen voran Dr. Mac Pier vom New York Leadership Center als Gründer und heutiger Verantwortlicher; dann als Partner Pastor Dr. Timothy (Tim) Keller von der Redeemer Presbyterian Church mit einer ausgearbeiteten Theologie der postchristlichen Großstadt und einer starken Vision von Gemeindegründung. Später kam die Kooperation mit dem Global Leadership Summit von Willow Creek und Pastor Bill Hybels dazu. Sie alle verbindet eine dreifache Hingabe: an Christus, die Kirche und die Stadt.

Folgende fünf Prinzipien werden dort gelebt:
1. Wir entdecken, was Gott schon tut und knüpfen da an.
2. Wir suchen Partner mit ähnlichen Anliegen.
3. Wir bilden eine Gruppe respektierter Pastoren und Leiter als Trägerkreis.
4. Wir bemühen uns um möglichst exzellente Ausführung.
5. Wir halten in Einheit die gemeinsamen Überzeugungen fest.

Nach New Yorker Einsicht sind die Kennzeichen für ein transformatives „City Gospel Movement“ die folgenden:
1. eine Gemeindegründungs-Bewegung über Denominationen hinweg;
2. Partnerschaft zwischen einheimischen Leitungspersonen;
3. eine außergewöhnliche Gebetsbewegung;
4. die Entwicklung von Diensten an Armen und für die Berufswelt.

Angebahnt hat die Konferenz der lose Verbund der Global Cities Leadership Community (GCLC), deren Teil ich, Axel Nehlsen, für GfB sein durfte. In monatlichen Videokonferenzen berichteten und beteten wir über das, was wir in unseren Städten als Gottes Handeln und an Herausforderungen erleben. Es gab zwei Live-Treffen in London und Pretoria, wo wir als Berliner vertreten waren. Nach einer Diskussion, ob der Konferenzort besser im globalen Süden liegen sollte, entschieden wir uns nicht nur wegen der vorhandenen Infrastruktur und Finanzkraft für NYC. Vielmehr machen die erwähnten Erfahrungen New York zum besonders geeigneten Austragungsort für solch eine globale Konferenz. Darüber hinaus hat es als Welt-Kapitale für Finanzen, Medien und Kultur einen riesigen Einfluss. Und - was wir täglich auf den Straßen und in den U-Bahnen erlebten – NYC hat eine extrem diverse multiethnische Bevölkerung. So ist diese Stadt nicht nur Trendsetter und Vorbild für viele andere Städte, sondern ein Mikrokosmos der Nationen.

Mehr Daten und Fakten zur Entwicklung in New York im zum Kongress neu erschienenen Buch: Mac Pier. A Disruptive Gospel.
http://movementday.com/books/

Fortsetzung folgt.

Nov29

comments powered by Disqus