Gemeinsam für Berlin e.V.

Gott bewegt etwas in den großen Städten

Bericht vom "Movement Day Global Cities" in New York City, Teil 3
von Axel Nehlsen

Nach dem Bericht über die Vorgeschichte der Konferenz, die beeindruckende geistliche und soziale Transformation in der Gastgeber-Stadt New York und einige wesentliche Inhalte der Tagung füge ich als letzten Teil hier eine Reihe von Fragen und Einsichten, Konsequenzen und Aufgaben für uns in Berlin an. Sie enthalten auch Gedanken aus der Auswertung unserer Gruppe.

Die nachhaltigste Erfahrung der Konferenz war (jedenfalls für bei GfB Engagierte), dass wir mit vielen anderen weltweit auf dem Weg sind - auch wenn andere City Movements dynamischer und wirkungsvoller sind. Offensichtlich tut Gott weltweit in großen Städten sehr Ähnliches, und das ohne menschlichen Plan oder gemeinsames Konzept! Die Entdeckung der vielen Gemeinsamkeiten der „City Gospel Movements“ hat letztlich zu dieser Konferenz geführt. Von Australien bis Norwegen, von Brasilien bis Singapur, von Südafrika bis Berlin kennzeichnen vorrangig drei Ziele diese Stadtbewegungen:

  1. Gemeinsames Gebet der Leitenden und Gemeinden (Foto)
  2. Einheit über Grenzen von Kirchen, Traditionen und Ethnien hinweg
  3. Transformation der Stadt

Bei Gemeinsam für Berlin haben wir in den 15 Jahren unseres Bestehens schon vieles von dem durchlebt und durchdacht, was auf der Konferenz eine Rolle spielte. Wir sind – geschichtlich und kulturell bedingt – bewusst ein Basis-Netzwerk mit flachen Strukturen, das lange nicht alle christlichen Player der Stadt einbezieht, auch weniger top-down aufgestellt als andere. Die folgenden Aspekte, die auch zur GfB-DNA gehören und die wir in den Anfängen erlebt haben oder noch praktizieren, wurden auf der Konferenz immer wieder als Schlüsselelemente genannt:

  • Begegnung zwischen den leitenden Personen herstellen – partnership and relationship
  • die Einheit unter den ethnischen Gruppen und Denominationen fördern – unity
  • Gottes Reich in der Stadt ist mehr als die eigene Gemeinde – kingdom mindedness
  • die eigene Kultur und Stadt erforschen lehrt zielgerichtet beten und handeln - research
  • den einzelnen zum missionalen Leben im säkularen Alltag ermutigen – missional lifestyle
  • diejenigen beteiligen, für die Hilfsprogramme gestartet werden – inclusiveness

Schön war, dass Berlin mit einem von uns produzierten Video über die Stadt und GfB im Plenum vertreten war. Ich, Axel Nehlsen, wurde danach spontan auf die Bühne geholt und sollte auf Deutsch für Berlin beten.

Fragen und Aufgaben

Neben aller Bestärkung, dass Gott weltweit besonders in den großen Städten am Werk ist und wir mit vielen anderen christlichen Stadtbewegungen auf dem Wege sind, hat unsere Auswertung uns auch vor Augen gestellt, wo es in Berlin noch Entwicklungsbedarf gibt.

  • Wie fördern wir Begegnung und Zusammenarbeit über Konfessionen und Denominationen hinweg und zwischen professionell arbeitenden Werken (wie etwa der Berliner Stadtmission) und Gemeinden, die Interesse und Potential haben (wie etwa Berlin Connect)?
  • Wie binden wir die evangelische und katholische Kirche ein? Hier ist unsere Situation komplett anders als etwa in New York.
  • Wie können Christen aus den Bereichen Gesellschaft (market place), Werke (para church organizations) und Gemeinden zueinander finden, um der Stadt besser zu dienen? In Ansätzen fließt das bei GfB im Zukunftsforum (Foto) zusammen.
  • Strategische Zugänge durch starke visionäre Persönlichkeiten (wie in New York) scheinen uns in Berlin nicht so geeignet, weil top-down-Zugänge in der deutschen Kirche und Gesellschaft nicht gut gelitten sind. GfB ist in den letzten Jahren einen anderen Weg gegangen, nämlich einen organischen unter der Frage „Wo ist Gott in der Stadt schon am Werk und wie können wir das fördern?“ Brauchen wir hier Ergänzung durch andere Zugänge?
  • Eine Reihe von Gemeinden und diakonischen Diensten in unserer Stadt haben gute Erfahrungen damit gemacht, sich geduldig und kontinuierlich in kommunale oder lokale Netzwerke einzubringen (z.B. Bürgerplattform, Diakonisches Werk, bezirkliche Ausschüsse, Stadtteil-Konferenzen, Quartiersmanagement). Diese Netzwerke sollten wir mehr nutzen! Sie schaffen Beziehungen, Vertrauen, Gelegenheiten, Kooperationen (und manchmal sogar Zuschüsse).
  • Als starker Impuls wurde empfunden, dass in New York und anderswo das gemeinsame Gebet und die Einheit zwischen Leiter/innen und Pastor/innen aus unterschiedlichen kirchlichen und ethnischen Hintergründen die Voraussetzungen für fruchtbare Zusammenarbeit bei diakonischen und evangelistischen Projekten schuf – und in der Stadt sichtbare Veränderungen z.B. bezüglich Kriminalitätsrate, sozialen Verhältnissen und Zahl der Gläubigen bewirkte. GfB entstand auch aus einer solchen Bewegung von Gebet und Einheit. Wir wollen in unseren Netzwerken prüfen, ob es hier einen neuen Anlauf im Blick auf sichtbare Einheit braucht. Unser Jugendnetzwerk BerlinUnited macht gerade einen neuen Versuch.
  • Das gegenseitige Lernen von Stadt-Bewegungen und der Austausch mit ihnen (v.a. in Europa, Foto) sind wertvoll und brauchen Formen des Miteinanders. Welche Rolle und Verantwortung haben wir Berliner hier in Zukunft? Wie können diese internationalen Beziehungen künftig in einem vertretbaren Maß gestaltet werden? Die Briten planen etwa für Anfang Oktober 2017 einen nationalen Movement Day, zu dem sie auch Vertreter vom Kontinent einladen wollen. Außerdem gibt es erste Kontakte für eine Partnerschaft zwischen London und Berlin.

Wie immer ermöglicht die Blog-Funktion Kommentare und Reaktionen. Wir freuen uns auf Ideen oder Kritik.

 

Dez13

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